Geschichte
der Gemeinde 
Die
evangelische Kirchengemeinde Dülken wurde 1857 gegründet. Ihre Wurzeln lassen
sich allerdings zurückverfolgen bis in die Zeit der Reformation. Um 1520
beginnen Waldenserprädikanten die Lehren Zwinglis und Calvins zu verbreiten.
Unter Johann dem I., Herzog von Jülich, 1511 - 39, und seinem Sohn, Wilhelm dem
Reichen von Jülich, 1539 - 92 verbreitete sich reformatorisches Gedankengut.
"Evangelische Gemeinschaften" bildeten sich. Eine solche hat es auch
in Dülken gegeben. Mit den Gemeinschaften, besonders mit Süchteln, verbanden
sie sich zur einem großen Ganzen.1609 wurde zusammen mit Süchteln der erste
Pfarrer gewählt.1666 hatte Süchteln etwa 600 und Dülken 44 Protestanten. Im
Laufe der nächsten Jahrzehnte wird die Zahl der Protestanten aber immer
kleiner.1808 sollen noch 12, 1830 noch 2 evangelische Bürger in Dülken gelebt
haben.
Die Industrialisierung unserer Gegend brachte auch ein Wiederaufleben der
evangelischen Gemeinden mit sich. Evangelische Arbeiter und Arbeiterinnen aus
Ostpreußen, Schlesien und Bayern wurden durch die 1853 eingerichtete
Mewissensche Flachsspinnerei herangezogen. Es kamen aber auch durch andere
Betriebe und Unternehmungen evangelische Kaufleute, Handwerker, Beamte und
Arbeiter nach Dülken. 1854 hatte die Gemeinde Hundert Mitglieder. Der erste nur
für Dülken zuständige Pfarrvikar wurde gewählt. Im gleichen Jahr erfolgte
die Grundsteinlegung für die erste Kirche. Sie durfte damals nur ohne Turm
errichtet werden, und musste von der Straße wie ein Wohnhaus aussehen. Am 29.
Oktober 1857 wurde aus dem Pfarrvikariat eine staatlich anerkannte Pfarrei. Im
Jahre 1914 gab es 920 Gemeindemitglieder.
In
der Zeit des Nationalsozialismus schloss sich die Gemeinde der bekennenden
Kirche an. 1936 wird Wilhelm Veit zum Pfarrer der Gemeinde gewählt. Trotz der
damit verbundenen Gefahren, hält Pfarrer
Veit Kontakte zur jüdischen Gemeinde in Dülken, deren Synagoge direkt gegenüber
der Christuskirche steht. Während der Reichspogromnacht fotografiert Pfarrer
Veit heimlich vom Turm der Christuskirche den Brand der Synagoge. Und als 1942
die letzten fünf Juden aus Dülken deportiert werden, hat Wilhelm Veit mit
ihnen noch am Vorabend unter dem Psalm 23 Gebetsgemeinschaft. Ihm werden 2
Thorarollen mit zugehörigem Schmuck und kleinerem Kultgerät aus der Dülkener
Synagoge übergeben. Heute sind die Thorarollen im Gebrauch der Synagoge in
Krefeld.
Im Januar 1943 wurde Pfarrer Veit zum Militär eingezogen. Als er am 29. Mai
1946 seinen Dienst in Dülken wieder aufnahm, hatte sich das Bild der Gemeinde
gründlich verändert. Sie wuchs durch den Zustrom von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen
in verhältnismäßig kurzer Zeit auf 5000 Seelen an. Die neuen
Gemeindemitglieder brachten aus ihrer Heimat in Ost- und Mitteldeutschland
eigenständige evangelische Überlieferungen mit, die nun mit der reformierten
Tradition der bisherigen Dülkener Gemeinde zu einer neuen Einheit verschmolzen
werden mussten.
Nach Behebung der dringendsten Not entfaltet die Gemeinde in den fünfziger und
sechziger Jahren eine rege Bautätigkeit. Jede Baumaßnahme war die Antwort auf
eine konkrete aktuelle Notlage. So wurde 1954 auf Anregung des damaligen
rheinischen Präses Held das Jugendheim des Bodelschwinghwerkes e.V. errichtet.
Hiermit sollte ein Beitrag zur Beseitigung der Wohnungsnot alleinstehender
Jugendlicher geleistet werden.1960 wurde das Jugendwohnheim dann zum Altenheim
umfunktioniert.
Die merklich größer gewordene Gemeinde brauchte mehr Raum.1954 fasste man den
Plan zum Bau eines Gemeindehauses an der Dammstraße.
Auch um die Christuskirche an der Martin-Luther-Straße kreisten Neubaupläne.
Da die alte Kirche unter Denkmalschutz stand und nicht vergrößert werden
konnte, wurde 1964 bis 1966 neben der alten Kirche die neue Christuskirche
gebaut. Beide Kirchen wurden durch ein Foyer miteinander verbunden. In diesem
Foyer findet noch heute ein Großteil der Gemeinde-Arbeit statt.
Da auch in dem Ortsteil Boisheim, der von der Dülkener Gemeinde schon seit
ihrer Gründung mit versorgt wurde, die Zahl der Gemeindemitglieder nach dem
Krieg stark angewachsen war, musste der Raumnot auch hier Abhilfe geschaffen
werden. Zur Versorgung der Gemeinde wurde daher 1963 das “Haus zur Heimat”
als weitere Gottesdienststätte seiner Bestimmung übergeben.
Seit
Anfang der 80-iger Jahre wurde der Wunsch immer stärker, die Gemeindearbeit
Rund um die Christuskirche zu Konzentrieren. Es wurden Übehrlegungen angestellt
zum Neubau eines
Gehmeindezentrums. 1998 wurden diese Pläne dann in die Tat umgesetzt.
Zur
Durchführung dieser Pläne wurde das, der 1994 gebaute Paulussaal verkauft, das
alte Pfarrhaus, später dann Gemeindeamt der Gemeinde und der alte Kindergarten,
später Jugendheim Czolem, abgerissen.
Am
20 Oktober 1999 ereilte die Kirchengemeinde dann ein großer Schicksalsschlag.
Der Kindergarten wurde durch Brandstiftung völlig
zerstört. Um einen neuen Kindergarten aufbauen zu können, musste das Pfarrhaus
an der Chemnitzer Str. verkauft werden. Am 20. August 2000 war dann der erste
Spatenstich für Pfarrhaus und
Kindergarten. |